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Beikost im ersten Lebensjahr - wann und was?

Über die „richtige“ Ernährung von Babys gibt es die unterschiedlichsten Meinungen und Theorien. Selbsternannte Experten behaupten, die einzig wahre Fütterungsmethode zu kennen.

Wie so oft, liegt aber auch beim Thema Babyernährung die Wahrheit oftmals dazwischen. Wann und mit welcher Beikost zur Muttermilch begonnen wird, ist von Kultur zu Kultur unterschiedlich – doch gibt es einige große Richtlinien, an denen sich die junge Mutter orientieren kann.

Unter Beikost versteht man all jene Lebensmittel zur Säuglingsernährung, die neben der Muttermilch bzw. der industriell gefertigten Säuglingsmilch zum Einsatz kommen. Generell gilt, mit der Fütterung von Beikost - je nach Entwicklungsstand des Säuglings - zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat zu beginnen. Sein Immunsystem ist nun bereit, sich neuen Herausforderungen, auch in Form von bislang unbekannter Nahrung, zu stellen. Zur gesunden Entwicklung des Magen-Darm-Traktes des Säuglings ist es Beikostessenziell, ihm neben der gewohnten Milch Beikost zu füttern. Nur so kann er sich an die später übliche Kost gewöhnen. Zudem sind die natürlichen Reserven des Säuglings, wie beispielsweise sein Eisen- oder Zink-Vorrat, nun aufgebraucht und müssen über die Nahrung von außen zugeführt werden. Milch allein kann dies nicht leisten. Kurz: Durch alleinige Milchernährung werden die Ernährungsbedürfnisse des Säuglings etwa ab dem Ende seines ersten Lebenshalbjahres nicht mehr abgedeckt. Nicht zuletzt benötigt der Säugling für seine motorische Entwicklung die Gabe von Beikost.

Mit der Beikostfütterung sollte behutsam begonnen werden. Lieber viele kleine Schritte als wenige große, könnte das Motto für die nächsten Wochen und Monate lauten. Schließlich gilt es, den Säugling allmählich an eine zunehmende Lebensmittelvielfalt zu gewöhnen, sodass er etwa mit dem ersten Lebensjahr den Übergang zur normalen Familienkost meistern kann. Üblicherweise wird mit der Fütterung von gut verträglichen Gemüsesorten wie (Früh-)Karotten, Zucchini oder Kürbis begonnen. Wenn der Säugling dies über den Zeitraum einer knappen Woche gut verträgt, kann mit der Zufütterung von Kartoffeln begonnen werden. Werden diese gut vertragen, folgt Pflanzenöl (am besten Rapsöl), ab etwa dem siebten Monat Rind- oder Geflügelfleisch, ab etwa dem achtem Monat Lammfleisch, bis man zum Schluss ein komplettes Baby-Menü, bestehend aus Gemüsen, Kartoffeln und Fleisch, problemlos verfüttern kann – alles natürlich püriert als Brei. Hierdurch werden dem Säugling gut verfügbare Spurenelemente wie Eisen und Zink zugeführt.

Ab dem achten Monat kann kann dann auch zu Gemüsen wie Broccoli, Fenchel oder Gurke greifen, ab dem neunten zu Blumenkohl und Spinat und ab dem zehnten zu Kohlrabi. Zu der Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Mahlzeit kann im Abstand von jeweils einem Monat zusätzlich ein Getreide-Milch-Brei sowie ein Getreide-Obst-Brei eingeführt werden. Als Obst eignet sich ab dem siebten Monat Birne, Apfel und Banane, ab dem neunten Wasser- bzw. Honigmelone und am dem zehnten Aprikose. Die ersten Breie sollten auf Reisflockenbasis hergestellt werden; ab dem achten Monat können Getreide wie Dinkel, Hafer, Mais oder Hirse verfüttert werden. Ungefähr ab dem zehnten Lebensmonat kann weiches Brot gegeben werden, wobei glutenhaltige Getreide wie Weizen, Roggen oder Gerste (auch in Keksen oder Zwieback!) zunächst nur in kleinen Mengen verfüttert werden sollten, um das Risiko einer Zöliakie zu minimieren. Aus diesem Grunde bietet es sich auch an, diese Kleinstmengen möglichst noch während der Stillzeit einzuführen. Aufgrund eines erhöhten Allergiepotenzials wurde mit der Einführung von Nahrungsmitteln wie Hühnereiern, (Kuh-)Milchprodukten, Fisch, Zitrusfrüchten, Nüssen, Sellerie oder Schokolade bislang abwartend umgegangen. Neueste Studien jedoch lassen Zweifel am Sinn dieser Methode aufkommen. Mittlerweile lässt sich festhalten, dass der vorbeugende Nutzen einer allergiearmen Beikost, abgesehen von den erwähnten Getreidesorten, nicht belegt ist.

Die Gabe von Beikost sollte im Rahmen von drei täglichen Breimahlzeiten erfolgen. Werden diese zusätzlich zur Muttermilch verfüttert, ist die Gabe von weiteren Getränken nicht nötig, es sei denn, der Säugling leidet an Fieber, Durchfall oder Erbrechen – dann gilt es, ihm zusätzliche Flüssigkeit zuzuführen. Dies geschieht am besten in Form von Wasser oder speziellem, wenig gesüßtem oder ungesüßtem Säuglingstee. Herkömmliche Trinkmilch sollte erst zum Ende des ersten Lebensjahres gegeben werden, um die Eisenaufnahme des Säuglings nicht zu behindern.

 
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