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Erste Hilfe bei Säugling und Kleinkind:Wunden / Wundreinigung

Oberflächliche Wunden (Schürfwunden) zunächst mit klarem Wasser abspülen. Nachfolgend sollte eine Desinfektion mit einer entsprechend geeigneten Lösung/Flüssigkeit (z.B. aus der Apotheke) erfolgen und abschließend die Anlage eines trockenen und sauberen Pflasters bzw. Verbandes. Keine Manipulation mit Salben, Puder oder ähnliches.

Bei einer Wunde mit einer starken Blutung gilt immer: Blutstillung geht vor Infektionsschutz! Daher zunächst eine wirksame Blutstillung erzielen (mittels Druckverband). Dabei ist es aber ganz wichtig, auf eine weiter bestehende ausreichende Durchblutung zu achten (Kontrolle von Puls körperfern, Hautfarbe beobachten). Bei starker Blutung notfalls direkt Gefäß mit dem Finger gegen nächstliegenden Knochen drücken.

 

Grundsätzlich sollte man aus Gründen der Hygiene bzw. zum Eigenschutz vor Infektionen Handschuhe (finden sich in jedem regulär ausgestatteten Verbandskasten ) tragen. Diese sind in der Regel aus Latex, ggf. für Allergiker alternative Produkte anschaffen.

Bzgl. der Versorgung der betroffenen Extremität gilt ferner nach der Fertigstellung des Verbandes: hochlagern und ruhigstellen. Dann den insgesamt aufgetretenen Blutverlust einschätzen, denn es könnte ja sein, dass die Menge an Blut, die über die Wunde verloren gegangen ist, eine für die verletzte Person kritische Grenze überschritten hat und ggf. in einem Krankenhaus eine entsprechende Ergänzung über Infusionen vorgenommen werden muss.

Häufig macht man sich ja auch irgendwann Gedanken, ob denn die entstandene Verletzung eine Narbe auf bzw. in der Haut hinterlässt. Dazu sei gesagt, dass Narben nur entstehen, wenn die Basalmembran der Haut verletzt wird. Der Grundsatz der Wundbehandlung besagt, dass man kleine Wunden selbst behandeln kann – größere Verletzungen sauber verbinden und dem Arzt vorstellen sollte.

Frische Schnittwunden sollte man etwas ausbluten lassen, ggf. Schmutz mit fließendem Wasser abspülen, ggf. anschließende Desinfektion. Abhängig von der Ausprägung (Größe, Tiefe etc. der Verletzung) sollte man entsprechend einen Arzt konsultieren. Frische (6-8 Stunden), saubere, gut durchblutete Wunden können meist primär genäht werden. Achtung: bei einer Verletzung durch Fleischmesser / Konserven → es droht eine unsichtbare Infektion → immer zum Chirurgen, der eine entsprechende professionelle Wundversorgung vornehmen kann und damit im möglicherweise auftretende, z.T. langwierige Wundheilungsstörungen verhindert bzw. eindämmt!

Platz-, Riss- und Quetschwunden sind meist stark infektionsgefährdet und heilen schlecht spontan→ diese sollte man immer dem Chirurgen vorstellen, der dann die Entscheidung über eine adäquate Wundversorgung treffen wird.

Bisswunden werden immer als infiziert eingestuft (Tollwut?) → Wunde gut mit Seife ausspülen → zum Arzt (Desinfektion, Tollwutimmunglobulin)

Abtrennungsverletzungen:

Verletzung am Körper sauber verbinden (s. Anleitung zur Wundversorgung oben) und dann das abgetrennte Körperteil sauber in eine Plastiktüte aufbewahren. Diese Tüte wird in eine andere Tüte mit Wasser und Eiswürfeln gegeben, um eine möglichst gute Haltbarkeit des abgetrennten Körperteils zu gewährleisten. Achtung: direkten Eiskontakt vermeiden → sonst drohen Gewebeschäden!

Je nach Schweregrad der Verletzung mit unter Umständen entsprechendem Blutverlust ggf. einen Notarzt hinzuziehen. Nachfolgend Vorstellung z.B. in der Handchirurgie, um kosmetisch und auch funktionell entsprechend wünschenswerte Ergebnisse bei der Behandlung zu erzielen.

Es sei aber auch einmal zur Entwarnung gesagt: die meisten Hautverletzungen im Kindesalter sind nicht bedrohlich.

Bei größeren Schürfwunden, Platzwunden, infizierten Wunden oder Quetschwunden soweit möglich wie oben beschrieben selber handeln und "vorarbeiten" und dann soweit erforderlich: sofort Klinik oder Arzt aufsuchen!

Bei Schnitt- und Stichverletzungen gilt die oben beschriebene Vorgehensweise der Wundversorgung (Blutstillung, steriler Verband, etc.) unter der Berücksichtigung der folgenden Maßgabe: vorhandene Fremdkörper nicht entfernen! Dies könnte nämlich zu einer größeren Gefäß- und Gewebeverletzung mit einer Verstärkung der Blutung führen. Daher soweit möglich  Druckverband anlegen und soweit möglich Ruhigstellung der Extremität sicherstellen. Um die Schmerzen zu reduzieren ist ein Beruhigen des kleinen Patienten hilfreich.

Anschließend gilt: Sofort Klinik oder Arzt aufsuchen!

Fremdkörper: Kleine Fremdkörper in der Haut lassen sich gut mittels einer Splitterpinzette entfernen. Sollten dennoch einmal Probleme auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Größere feststeckende Fremdkörper (Glasscherben, Messer,...) nicht entfernen! Es drohen starke Blutungen und/oder innere Verletzungen! → ggf. Blutstillung (siehe Anleitung) ansonsten vorsichtig verbinden und unter möglichst wenig Manipulationen einen Arzt bzw. eine Klinik aufsuchen.

Hinweis: Auch wenn die aufgeführten Handlungsanweisungen nach bestem Wissen erstellt wurden,gibt es jedoch keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Oftmals ist es bei medizinischen Notfällen viel besser, wenn ein anwesender Laie Hilfe leistet, als wenn gar nichts passiert. Im Zweifelsfall und bei entsprechender drohender gesundheitlicher Gefahr bzw. körperlichen Schädigungen, sollte man sich nicht scheuen - eventuell auch zeitnah - den Rettungsdienst bzw. einen Arzt oder eine Klinik zur Unterstützung hinzuzuziehen.
Nur solche speziell ausgebildeten Fachleute sind im Einzelfall in der Lage, die Schwere der Erkrankung bzw. Gefährdung richtig einzuschätzen, danach zu handeln und haben neben den Kenntnissen und Fertigkeiten auch die notwendigen medikamentösen und/oder apparativen/technischen Hilfsmittel, um entsprechende Behandlungen vorzunehmen.

 
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