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Erste Hilfe bei Säugling und Kleinkind: Atemstörung - Atemnot

Die normale Atemfrequenz beträgt:
Neugeborene: 40-60/min
Säuglinge: 20-30/min
Kindergartenkinder: 15-30/min
Jugendliche: ca. 15/min

Wie erkenne ich Störungen der Atmung beim Kind?

 

  • Frequenzunregelmäßigkeiten
  • ungewöhnliche Geräusche bei der Ein- oder Ausatmung (jauchzend, pfeifend, ...)
  • Zeichen der Luftnot sind z.B. Nasenflügeln, Einziehungen am Brustkorb (in der Drosselgrube,  in den Rippenzwischenräumen, am Brustbein, unterhalb der Rippenbögen)
  • anstoßende Atmung (Pause zwischen Ein- und Ausatmung mit stöhnendem Beginn der Ausatmung)
  • verlängerte Ausatmung
  • Blaufärbung der Haut (Zyanose) insbesondere an Lippen und Fingern

Was sind Ursachen von akuten Atemstörungen?

Das sog. Krupp-Syndrom (Croup-Syndrom): Hierbei handelt es sich um eine akute Verengung im Bereich des Kehlkopfes mit einer Störung der Einatmung; früher war die Diphterie eine der Hauptursachen des Krupp-Syndroms, heute stehen dank der Impfmaßnahmen zwei andere Erkrankungen im Vordergrund:
1) Der Infektkrupp (Pseudokrupp/Laryngitis subglottica/Laryngitis acuta):
Dieses Krankheitsbild tritt häufig im Alter bis ca. zum 3. Lebensjahr auf. Es handelt sich dabei um eine virusbedingte Entzündung im Bereich des Kehlkopfes, die mit einer Häufung in Herbst und Frühjahr und insbesondere abends und nachts auftritt.
Anzeichen (Symptome) für die Erkrankung: trockener, bellender Husten, Heiserkeit, jauchzende Einatmung, bei schwerem Verlauf (es gibt 4 Stadien, die von den Ärzten unterschieden werden) kommen Einziehungen am Brustkorb, ein gequälter ängstlicher Gesichtsausdruck und u.U. deutliche Atemnot mit starker Einziehung, Blässe, Blaufärbung vor.
Selten treten schwere Atemnot und Erstickungsgefahr auf!
Welche Maßnahmen kann man nun ergreifen: BERUHIGEN!!! Da bei Aufregung die ohnehin beeinträchtigte Atmung weiter gestört bzw. behindert wird, gilt es dies zu vermeiden!! Hilfreich ist es oftmals, feuchte Luft einatmen lassen (z.B. am geöffneten Fenster, über heißem Wasser Dämpfe einatmen lassen) und ggf. Flüssigkeit anzubieten.
Immer beim erstmaligen Auftreten und wenn keine Besserung eintritt schnellstmöglich eine Klinik oder einen Arzt aufsuchen!
2) Kehldeckelentzündung (Epiglottitis):
Heutzutage nur noch selten zu finden, denn der Haupterreger ist ein Bakterium, gegen das heute flächendeckend geimpft wird (HiB-Impfung). Auftreten des Krankheitsbildes ansonsten meist zwischen 3. und 6. Lebensjahr. Die Krankheitszeichen (Symptome) ähneln z.T. Pseudokrupp, aber die Kinder sind schwer krank. Es handelt sich um eine bakterielle Entzündung von Rachen und Kehlkopfeingang mit der Folge einer rasch zunehmenden Atemnot mit hohem Fieber. Typischerweise kein Husten, dafür sind eine kloßige Sprache und vermehrter Speichelfluss zu beobachten. Unbedingt eine Klinik oder einen Arzt aufsuchen!

Asthma bronchiale bzw. obstruktive Bronchitis:
Es handelt sich um eine meist vorübergehende Verengung der Bronchien mit entzündlicher Veränderung der Bronchialschleimhaut.
Symptome: kurze, trockene Hustenattacken, dabei akute teilweise sehr starke Atemnot.  Es liegt eine verlängerte Ausatmung mit Geräuschen (pfeifend, keuchend, quietschend...), Unruhe, Angst, schweißige Haut, schneller Puls vor. Die Anzeichen sind je nach Schweregrad der Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt, können sich aber unter Umständen rasch verschlimmern.
Ursachen: Allergische Reaktion, Infekte, körperliche Anstrengung, Kaltluft, Nikotin,etc.
Maßnahmen: Beruhigung!, Oberkörperhochlagerung, Frischluftzufuhr, bekannte Therapie (falls es sich um einen vorbekannten Asthmapatienten handelt, der entsprechende Medikamente greifbar hat und bekannt ist, wie und in welcher Menge diese zu verabreichen sind).
Wichtig bei erstmaligem Auftreten und schwerem Verlauf: Klinik oder Arzt aufsuchen!

Einatmen (Aspiration) von Fremdkörpern (z.B. im Zusammenhang mit "Verschlucken"):
Tritt meist im Säuglings- und Kleinkindesalter auf. Feste Nahrungsbestandteile (Erdnüsse, Möhren- und Apfelstücke...) oder kleine Metall- oder Plastikteile gelangen dabei meistens in den Bronchialbaum und eher seltener in die Luftröhre oder den Kehlkopf.
Symptome: akuter Hustenreiz (auch wenn u.U. kein Ereignis beobachtet wurde). Dabei kann es je nach Größe und Lokalisation des Fremdkörpers zu akuter Luftnot, oder nach einem symptomfreien Intervall (d.h. nach einer Phase ohne Beschwerden) zu zunehmender Atemnot, Würgen oder Heiserkeit kommen.
Maßnahmen: Kind in Kopf-Tieflage halten (z.B. über den Schoß, dabei ein Knie angehoben) und mit dem Handballen kräftig zwischen die Schulterblätter klopfen. Diesen Vorgang ggf. mehrfach wiederholen. Rettungsdienst/Notarztwagen einschalten!

Ersticken:
Am häufigsten tritt diese Problematik durch ein übergestülpte Plastiktüte, durch Spielen in einem unbenutzten Kühlschrank etc. auf.
Symptome: Blaufärbung von Haut und Schleimhaut und mögliche Bewusstlosigkeit.
Maßnahmen: Sofortige Entfernung des atmungsbehindernden Gegenstandes, Kontrolle von Atmung, Puls, Bewusstsein, falls erforderlich Wiederbelebungsmaßnahmen. Rettungsdienst/Notarztwagen verständigen bzw. Klinik oder Arzt aufsuchen!

Allergische Reaktionen:
Allergische Erkrankungen sind im Kindesalter häufig, werden aber auch oft von den Eltern zu häufig angenommen!
Eine allergische Reaktion ist eine unerwünschte Immunreaktion im Sinne einer krankmachenden Überempfindlichkeit auf eine Substanz (Allergen) von außerhalb des Körpers.
Symptome: diese können an allen Organen und Geweben auftreten, am häufigsten betroffen sind Haut (Nesselsucht - Rötung, Juckreiz, Quaddeln), Atmungsorgane (allergischer Schnupfen - Kribbeln in der Nase, Niesanfälle, klares Sekret; obstruktive Symptomatik bis Atemnot; akute bedrohliche Schwellung im Kehlkopfbereich), Augen (Bindehautreizung - Rötung, Juckreiz, Schmerzen) und Verdauungstrakt (Entzündung, Durchfälle).
Die allergische Reaktion kann sofort, verzögert (nach 4-8 Stunden) oder verspätet (nach 48-72 Stunden) auftreten.
Vor allem bei Atemnot und starker Hautreaktion: Klinik oder Arzt aufsuchen!!

Hinweis: Auch wenn die aufgeführten Handlungsanweisungen nach bestem Wissen erstellt wurden,gibt es jedoch keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Oftmals ist es bei medizinischen Notfällen viel besser, wenn ein anwesender Laie Hilfe leistet, als wenn gar nichts passiert. Im Zweifelsfall und bei entsprechender drohender gesundheitlicher Gefahr bzw. körperlichen Schädigungen, sollte man sich nicht scheuen - eventuell auch zeitnah - den Rettungsdienst bzw. einen Arzt oder eine Klinik zur Unterstützung hinzuzuziehen.
Nur solche speziell ausgebildeten Fachleute sind im Einzelfall in der Lage, die Schwere der Erkrankung bzw. Gefährdung richtig einzuschätzen, danach zu handeln und haben neben den Kenntnissen und Fertigkeiten auch die notwendigen medikamentösen und/oder apparativen/technischen Hilfsmittel, um entsprechende Behandlungen vorzunehmen.

 
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