Es gibt verschiedene Ursachen für einen "Zusammenbruch" des Kreislaufs. Hierzu gehört u.a. der Schockzustand.
Aber auch Ertrinkungsunfälle, der Kontakt zu einer Stromquelle und andere Situationen können zu lebensbedrohlichen Veränderungen der Funktionen von Herz und Atmungsorgan führen. Zunächst soll es Ausführungen zum Schock und anschließend Erläuterungen zur Reanimation geben, die anderen Notfälle folgen später an anderer Stelle.
Schockzustände:
Der Schock ist ein Versagen des Herz-Kreislaufsystems mit zunächst verminderter Durchblutung der Körperperipherie unter Zentralisierung des Blutes. Dies bedeutet zur Erhaltung der überlebenswichtigen Körperfunktionen werden die inneren Organe weiter mit Blut versorgt. Später kann es jedoch auch zu einer Störung der Durchblutung lebenswichtiger Organe kommen.
Häufigste Ursachen für einen Schockzustand: Flüssigkeitsmangel durch Blutverlust, Verbrennungen, Verletzungen, Austrocknung etc.
Symptome: Schneller, schwacher Puls bei flacher Atmung. Dabei findet sich häufig kaltschweißige Haut und die Hände und Füße sind kalt (weil schlecht durchblutet). Es kann zu Zuständen von Erschöpfung und Verwirrtheit kommen.
Maßnahmen: insbesondere bei leichteren Formen die Person in Schocklagerung bringen (Beine hoch!). Bei Bewusstseinsverlust stabile Seitenlagerung und warm zudecken. Rettungsdienst/Notarztwagen einschalten.
Wiederbelebungsmaßnahmen: Bei der Reanimation die ABC-Regel beachten!
A. Atemwege freimachen: Fremdkörper oder z.B. Erbrochenes aus dem Mund-Rachen-Raum entfernen, Überstrecken des Kopfes nackenwärts (Bei Säuglingen aufgrund der besonderen Anatomie nur mäßig in die sog. „Schnüffelstellung“) und Anheben des Unterkiefers. Wichtig ist für die Maßnahmen unter B. und C. eine flache und feste Oberfläche!!
B. Beatmen: bei Säuglingen Mund zu Mund und Nase, dabei ist der Kopf in „Schnüffelstellung“. Bei Kleinkindern Mund zu Mund oder Nase beatmen – die jeweils andere Öffnung entsprechend zuhalten. Ziel ist ein ausreichendes Heben des Brustkorbes während der Einatmung (und nachfolgend entsprechendes Senken in der Ausatmung).
C. Circulation (Kreislauf) aufrechterhalten bzw. wiederherstellen.
Folgende Druckpunkte sind für die Herzdruckmassage zu wählen:
Bei Säuglingen über der Mitte des Brustbeines (wo die gedachte Linie zwischen den Brustwarzen das Brustbein kreuzt) mit 2-3 Fingern, bei sehr kleinen Säuglingen mit beiden Daumen und Umgreifen des Brustkorbes.
Bei Kleinkindern und Schulkindern über dem unteren Sternumdrittel (d.h. unteres Brustbeindrittel) mit dem Handballen einer Hand, bei Jugendlichen mit dem Handballen einer Hand, auf die die zweite Hand gelegt wird - Komprimierung des Brustkorbes unter Unterstützung des Eigengewichtes.
Merke: Der Brustkorb sollte etwa zu einem Drittel seines Durchmessers komprimiert werden – die Effektivität messe ich am tastbaren Puls der Halsschlagader.
Bei zwei Helfern Herzmassage-Beatmung im Verhältnis 5:1 sonst alleine 15:3.
Die Frequenz pro Minute richtet sich nach der physiologischen Frequenz in der Altersgruppe:
Herzfrequenz: Atemfrequenz:
Neugeborene: 140/min 40-60/min
Säuglinge: 100/min 20-30/min
Klein- / Schulkinder: 80-100/min 20/min
Jugendliche: 80/min 15/min
Die Wiederbelebungsmaßnahmen sind fortzuführen bis der Rettungsdienst bzw. Notarzt eintrifft und weitere Maßnahmen einleitet!
Hinweis: Auch wenn die aufgeführten Handlungsanweisungen nach bestem Wissen erstellt wurden,gibt es jedoch keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Oftmals ist es bei medizinischen Notfällen viel besser, wenn ein anwesender Laie Hilfe leistet, als wenn gar nichts passiert. Im Zweifelsfall und bei entsprechender drohender gesundheitlicher Gefahr bzw. körperlichen Schädigungen, sollte man sich nicht scheuen - eventuell auch zeitnah - den Rettungsdienst bzw. einen Arzt oder eine Klinik zur Unterstützung hinzuzuziehen.
Nur solche speziell ausgebildeten Fachleute sind im Einzelfall in der Lage, die Schwere der Erkrankung bzw. Gefährdung richtig einzuschätzen, danach zu handeln und haben neben den Kenntnissen und Fertigkeiten auch die notwendigen medikamentösen und/oder apparativen/technischen Hilfsmittel, um entsprechende Behandlungen vorzunehmen.
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