Zunächst muss man eine Beurteilung des Zustandes vornehmen:
- Öffnet das Kind die Augen? Falls ja, tut es dies: spontan, auf Zuruf, auf kneifen oder reagiert es nicht auf diese Aufforderung?
- Wie ist die verbale Antwort auf das Ansprechen: verständlich, unzusammenhängend, unverständlich?
- Wie ist die motorische Antwort auf den Kontakt: befolgt das Kind die Aufforderung adäquat, gibt es eine gezielte oder ungezielte Abwehr auf Kneifen oder wird keine Antwort gegeben?
- Beim Säugling ist die Beurteilung schwieriger aber möglich: fixiert der Säugling die Bezugsperson mit den Augen, verfolgt/erkennt er Geräusche, lacht er reflexartig, ist er in der Lage zu essen oder trinken?
Fieberkrämpfe:
Dabei handelt es sich um die häufigsten Gelegenheitskrämpfe, d.h. ca. 2-4% aller Kinder sind betroffen. Wichtig ist auch zu wissen, dass 20-30% ein Rezidiv, also einen erneuten Fieberkrampf erleben. 2-4% der Kinder, die Fieberkrämpfe durchmachen, entwickeln im weiteren Verlauf eine Epilepsie – sonst liegt die Rate für eine Epilepsie in der Bevölkerung bei etwa 1%.
Definition des Fieberkrampfes: Alle Krämpfe in der frühen Kindheit (1.-5. Lebensjahr) anlässlich von fieberhaften Infekten - auslösend wirkt oft rasch ansteigendes Fieber.
Symptome: Auftreten oft mit Zuckungen und Streckungen von Armen und Beinen einhergehend. Dabei Verdrehen die Kinder die Augen bzw. zeigen eine Blickstarre. Auch kann eine Lippenzynose (Blaufärbung der Lippen) vorkommen. Es kann auch zu Einnässen kommen, daneben treten Zuckungen mit schlaffer Muskulatur auf. Die Dauer des Ereignisses wird mit meist bis max. 10 Minuten angegeben.
Maßnahmen: Kind vor weiteren Schäden durch Anstoßen oder Sturz schützen, indem man eine weiche Unterlage schafft. Anschließend Rettungsdienst/Notarztwagen alarmieren!
Fieber:
Da das Auftreten von Fieber - insbesondere bei raschem Anstieg - im Zusammenhang mit Krampfanfällen stehen kann, soll es an dieser Stelle besprochen werden.
Normaltemperatur: 36°C-37,5°C; bis 38°C erhöhte Temperatur; über 38°C Fieber
Sicherste Messung: 3 Minuten im Po; ggf. mittels Ohrthermometer.
Maßnahmen: Nicht zu warm anziehen/zudecken. Auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten! Ggf. Wadenwickel anlegen (Achtung: diese sind nur sinnvoll bei heißen Beinen: jeweils 10min., dann 10min. Pause, evtl. die Maßnahme wiederholen.); Evtl. Bauchwickel nach gleichem Prinzip durchführen.
Fiebersenkende Medikamente sollten nur nach Empfehlung/Anordnung des behandelnden Arztes dosiert und verabreicht werden.
Fieber alleine und kurzzeitig bei sonst ausreichendem Allgemeinbefinden des Kindes ist kein Grund unbedingt den Arzt aufzusuchen, jedoch sehr wohl bei Unwohlsein, Unruhe oder sonstigen Auffälligkeiten. Im Zweifelsfall kennen die Eltern jedoch ihr Kind sehr gut und sollten bei Unsicherheiten den Kontakt zum Arzt oder außerhalb der Dienstzeiten zur entsprechenden Kinderklinik aufnehmen.
Hinweis: Auch wenn die aufgeführten Handlungsanweisungen nach bestem Wissen erstellt wurden,gibt es jedoch keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Oftmals ist es bei medizinischen Notfällen viel besser, wenn ein anwesender Laie Hilfe leistet, als wenn gar nichts passiert. Im Zweifelsfall und bei entsprechender drohender gesundheitlicher Gefahr bzw. körperlichen Schädigungen, sollte man sich nicht scheuen - eventuell auch zeitnah - den Rettungsdienst bzw. einen Arzt oder eine Klinik zur Unterstützung hinzuzuziehen.
Nur solche speziell ausgebildeten Fachleute sind im Einzelfall in der Lage, die Schwere der Erkrankung bzw. Gefährdung richtig einzuschätzen, danach zu handeln und haben neben den Kenntnissen und Fertigkeiten auch die notwendigen medikamentösen und/oder apparativen/technischen Hilfsmittel, um entsprechende Behandlungen vorzunehmen.
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