Bei Stürzen insbesondere aus größerer Höhe (Wickeltisch, Hochbett, Klettergerüst etc.) kommt es häufig zu einer Mitbeteiligung des kindlichen Kopfes.
Man unterscheidet je nach den beobachteten Folgen zwischen einer Schädelprellung und der Gehirnerschütterung als einem Trauma, welches zu einer ausgeprägteren Symptomatik führt. Bei der Schädelprellung sieht man eben die äußeren Zeichen des Ereignisses in Form von Prellmarke, Schwellung oder Schürfwunde – bei der Gehirnerschütterung kommen weitere Anzeichen hinzu.
Dazu zählen Bewusstlosigkeit, fehlende Erinnerung an das Ereignis oder die Zeit zuvor, auffallende Müdigkeit/Schläfrigkeit. Häufig mit einer zeitlichen Verzögerung (daher ist die Beobachtung/Überwachung so wichtig!) kommt es zu Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen.
Das Kind sollte nach einem Sturz also längerfristig (1-2 Tage) genau beobachtet werden, damit Besonderheiten auffallen. Treten solche Anzeichen einer Gehirnerschütterung auf, so ist das Kind in der Klinik vorzustellen. Hier wird es am Monitor für i.d.R. 24 Stunden überwacht, bei Auffälligkeiten auch länger. Durch das Trauma kann es zu Gefäßverletzungen mit langsam fortschreitenden Einblutungen, Nervenverletzungen/Nervenbeeinträchtigungen oder einer Schädelfraktur kommen. Bei entsprechendem Verdacht wird eine Röntgenaufnahme des Schädels in 2 Ebenen angefertigt (meistens hätte eine Fraktur keine therapeutische Konsequenz, aber es gibt halt auch andere Fälle).
Ist die Symptomatik entsprechend ausgeprägt wird ggf. eine Schichtaufnahme des Schädels durchgeführt um Blutungen (ggf. auch Frakturen) zu erkennen. Bei der klinischen Untersuchung bzw. auch der stationären Überwachung werden Herz- und Atemparameter erhoben, des Weiteren wird die Größe und Reaktion der Pupillen auf Lichteinfall beurteilt.
Sofortmaßnahmen nach dem Sturz:
Bei Bewusstlosigkeit mit Eigenatmung: stabile Seitenlage, Rettungsdienst einschalten!
Innere Verletzungen / stumpfes Bauchtrauma:
Diese kommen häufig bei einem Fahrradsturz, wenn sich der Lenker in den Bauch drückt oder wenn das Kind anderweitig einen Schlag in den Bauch bekommt.
Konsequenz: Es kann von außen unbemerkt zu Organverletzungen (z.B. Verletzung der Leber) oder schweren inneren Blutungen kommen. Daher immer: sofort Klinik oder Arzt aufsuchen!
Hinweis: Auch wenn die aufgeführten Handlungsanweisungen nach bestem Wissen erstellt wurden,gibt es jedoch keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit. Oftmals ist es bei medizinischen Notfällen viel besser, wenn ein anwesender Laie Hilfe leistet, als wenn gar nichts passiert. Im Zweifelsfall und bei entsprechender drohender gesundheitlicher Gefahr bzw. körperlichen Schädigungen, sollte man sich nicht scheuen - eventuell auch zeitnah - den Rettungsdienst bzw. einen Arzt oder eine Klinik zur Unterstützung hinzuzuziehen.
Nur solche speziell ausgebildeten Fachleute sind im Einzelfall in der Lage, die Schwere der Erkrankung bzw. Gefährdung richtig einzuschätzen, danach zu handeln und haben neben den Kenntnissen und Fertigkeiten auch die notwendigen medikamentösen und/oder apparativen/technischen Hilfsmittel, um entsprechende Behandlungen vorzunehmen.
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