Früher war ja Alles ganz einfach. Man ist spontan gemeinsam ins Kino gegangen oder hat die Abwesenheit des Partners zu eigenen Aktivitäten wie Sportstudio oder Treffen mit Freunden genutzt.
Wenn dann aber ein Kind in das Leben tritt ändert sich schlagartig die Art der Herangehensweise hinsichtlich der Lebensplanung. Jetzt heißt es plötzlich immer zuerst "wer passt dann auf das Kind auf!?". Das kann oftmals bedeuten, dass immer nur einer von beiden Elternteilen abwesend sein kann oder man eben klassisch einen Babysitter einsetzt. Klingt dramatisch, ist es aber eigentlich nicht. Viele Termine sind ja an eine Regelmäßigkeit gebunden (Sport, Vereinsleben oder berufliche Verpflichtungen) oder zumindest längerfristig absehbar.
Bei kurzfristigen Aktionen heißt es dann improvisieren, kreativ organisieren oder im Zweifelsfall einfach mal absagen. Letzteres hat sich in solchen Momenten bewährt, wo das zu besuchende "Ereignis" nicht von herausragender Besonderheit war und das Regeln einer Kinderbetreuung mit viel Umständen und Stress verbunden gewesen wäre.
Es handelt sich "einfach" um grundlegende Änderungen im Denken und in der alltäglichen Herangehensweise, sein Leben zu planen. Das bedarf schon einer gewissen Gewöhnung, aber das spielt sich eigentlich auch recht schnell ein. Grundsätzlich ist der Gedanke der Arbeitsteilung hilfreich. Denn auch wenn es manch Berufstätiger nicht wahrhaben will: Kindererziehung ist anstrengend und kostet Kraft und Nerven. Diese Leistung anzuerkennen und nicht nur an den eigenen stressigen Alltag in der Firma zu denken, auch diesen Lernprozess muss man durchmachen.
In manchen Bereichen des Alltags geht es um das Abwechseln bei gleichen Tätigkeiten (mal füttert er das Baby, mal sie), manchmal halt um Aufgabenteilung (ich stille das Baby und bade es dann, zieh du es an und bring es ins Bett). Jeder findet ja auch andere Situationen stressig bzw. kann eine andere Tätigkeit ja eine willkommene Abwechslung sein. So hat man vielleicht einen ermüdenden und anstrengenden Tag im Büro hinter sich, aber kann das schreiende Baby in dem Moment trotzdem besser ertragen, als der Partner, der sich damit schon die letzten neun Stunden auseinandersetzen musste und der sich stattdessen "freut", sich einer Tätigkeit im Haushalt zuzuwenden oder einfach mal kurz abzuschalten.
Wieder andere Situationen steht man am besten gemeinsam durch. Auch in diesem Bereich war und ist es für mich selbstverständlich, mich einzubringen und aktiv vor Ort zu sein. Dies betrifft beispielsweise die U-Untersuchungen beim Kinderarzt oder auch andere Arzttermine zur Vorsorge, Kontrolle oder bei akuter Erkrankung. Hier ist es uns bislang durchweg gelungen, solche Termine gemeinsam wahrzunehmen, um auf dem gleichen Stand zu sein, aber auch um unter Umständen wichtige Entscheidungen bzgl. der weiteren Vorgehensweise gemeinsam abstimmen zu können.
Insgesamt finde ich wichtig, dass Kinder mehrere feste Bezugspersonen haben und nicht nur eine Person "fixiert" sind und es heißt "der Papa darf mich nicht ins Bett bringen" (was ja im Umkehrschluss bedeuten würde, dass Mama nicht mehr das Haus verlassen kann, bevor das Kind schläft!). Das erhöht im praktischen Alltag die Flexibilität und erleichtert dem Kind auch den Kontakt bzw. den Umgang mit anderen Personen (Großeltern, Babysitter etc.).
Sicherlich bedeutet es gewisse Einschränkungen für die eigene Lebensgestaltung, wenn man sich für ein Kind entscheidet, aber bei entsprechender Organisation kann man seine Pflichten ebenso organisieren wie Aspekte der Freizeitgestaltung, so dass neben der mehr oder weniger anstrengenden Seite der Kindeserziehung und -versorgung auch noch genug Zeit für einen Ausgleich bzw. erholsame Momente bleibt.
Nicht zuletzt sind da natürlich die gemeinsamen Aktivitäten mit dem Kind wie Zoobesuche, Spaziergänge und Ausflüge im Wald oder Ähnliches, die der Familie eine schöne Zeit bescheren und zumindest für einen Moment den manchmal anstrengenden Alltag mit dem Spagat zwischen eigenen Bedürfnissen, bestehenden Verpflichtungen (z.B. beruflich) und einer angemessenen Versorgung des Kindes vergessen lassen.
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