Viele Paare im unterschiedlichen Lebensalter machen sich Gedanken über die weitere Lebensplanungund die mögliche Erfüllung des eigenen Kinderwunsches . Diese Gedanken beinhalten sicherlich auch die Bedenken und Sorgen, in wieweit man den Aufgaben als Eltern denn gewachsen ist.
Abhängig von den bis zu dem Zeitpunkt schon bewältigten Schritten im eigenen Leben ist vielleicht auch die Zuversicht in die eigenen Möglichkeiten und Kompetenzen unterschiedlich groß. Grundsätzlich denke ich, haben sich die Zeiten spürbar geändert. Galt früher die Weitergabe von Tipps und Hilfestellungen über Generationen innerhalb der Familie als der Weg, um aufkommende Schwierigkeiten oder auch neue Lebenssituationen zu meistern, so scheint Heute die Beratung durch Experten und das Lesen von Ratgebern als Lösungsweg aktuell zu sein.
Die Aufgabe der Kindererziehung und -versorgung ist sicherlich komplex und doch ist sie seit vielen Jahren mit entsprechender Unterstützung gelungen. Da jeder einzelne Mensch - und das gilt eben für die Kinder wie für die Eltern - persönliche Stärken und Schwächen, Vorlieben und Abneigungen hat, fällt es allgemein schwer, spezielle Hinweise zu geben, weil jeder ja in seiner persönlichen Situation eine individuelle Unterstützung benötigt.
Grundsätzlich ist der Schritt vom Paar zur Familie eine Herausforderung, aber wenn man sich - ohne übertriebene Sorge, aber mit einer interessierten und offenen Haltung - über die relevanten Belange bzgl. Ernährung, Pflege, Erziehung und Förderung und auch über die Konsequenzen für die eigene Paarbeziehung Gedanken macht und sich entsprechend informiert und seinen Kenntnisstand z.B. mit Hilfe von Angehörigen, aber auch Hebammen, Kinderärzten etc. an die jeweilige Lebenssituation anpasst, so kann man mit guten Gefühlen auf den Schritt der Familiengründung blicken.
Natürlich bringen Kinder gewisse und teilweise recht einschneidende Veränderungen und auch Einschränkungen, bezogen auf das bisherige Leben, mit sich, aber der Mensch ist sehr anpassungsfähig, und so werden wir auch den Wandel vom Paar zur (kleinen) Familie überstehen. Für die Beziehung der Partner untereinander ergeben sich natürlich ebenfalls Veränderungen. Hat man früher Entscheidungen mit sich selber ausgemacht oder allein mit dem Partner abgestimmt, so ist man mit einem Kind immer in der Situation zu überlegen, was der angedachte Schritt für den Nachwuchs bedeutet.
Auch das Zusammenleben bzgl. der Sexualität und der Zuneigung generell erfährt mitunter eine deutliche Veränderung. Organisatorisch geht naturgemäß eine gewisse Spontanität verloren, wenn sich die Zeiten, in denen man "unter sich" ist, auf die Zeiten beschränken in denen das Kind schläft oder anderweitig betreut wird. Außerdem müssen wir ja nun auch unsere Liebe und Zuwendung, die vielleicht vorher stark auf die eine Person des Partners ausgerichtet war, jetzt auch auf das Kind "übertragen" bzw. auf mehrere Personen aufteilen. Nicht selten kann es auch zu Eifersucht oder Konkurrenzdenken kommen, weil der Partner sich erst an die "geteilte Aufmerksamkeit" gewöhnen muss und das Kind als "Konkurrenz" sieht. Hier ist viel Verständnis gefragt, denn insbesondere in den ersten Monaten ist so ein neuer Erdenbürger ja extrem abhängig.
Mit der zunehmenden Selbständigkeit des Kindes erlangen dann normalerweise auch die Eltern wieder mehr "Freiraum". Es ist halt unheimlich wichtig, die richtige Balance zwischen den Anforderungen des Lebens und hier in diesem Fall insbesondere bezogen auf die Umstellung vom Paar zur Familie mit Kind hinzubekommen. Wenn nämlich das Kind nur noch bzw. überwiegend als Belastung gesehen wird, kann das auch schwerwiegende Probleme in die Beziehung zum Kind bringen. Dieses Gefühl ist sicherlich phasenweise mal zulässig, aber wenn man dann entsprechende Möglichkeiten zur Entlastung hat und nicht langfristig und dauerhaft im Hamsterrad der Kinderversorgung ans Strampeln gerät, dann ist es ja in Ordnung.
Auch wenn der Gedanke viel zitiert ist (und auch manche Comedians sich dessen schon angenommen haben), die Erfahrung zeigt aber wirklich, dass Kinder den Bezugspersonen, die eine ehrliche Beziehung suchen und Verantwortung übernehmen und sich aufopfern und Mühe geben, viel zurückgeben können. Durch eine positive Entwicklung, durch emotionale Reaktionen und einfach durch eine ebenso ehrliche "Wertschätzung" der Zuwendung durch den Erwachsenen.
| Weiter > |
|---|


