Vorsorgen ist besser als Heilen bei wunden Brustwarzen
Brustwarzenentzündung gehört zu den am meisten gefürchteten Leiden stillender Mütter, denn, wenn die Brustwarzen von der Zunge des Kindes erst wundgerieben sind oder das Baby durch Krankheit oder Unwohlsein nach viel Nuckeln verlangt, haben viele Muttis das Problem, dass die gestressten Brustwarzen einfach nicht mehr heilen wollen und von Mal zu Mal noch mehr mit Wundsein, Rötung, bis hin zu blutigen Rissen und Striemen reagieren.
Die junge Mutter sollte besonders darauf achten, dass durch die wunde Haut keine Bakterien nach innen wandern, denn eine Entzündung, die über die Milchgänge auch die Brust erfasst, eine sogenannte Mastitis ist äußerst schmerzhaft und auch nicht ungefährlich. Der Arzt muss dann je nach Zustand vielleicht sogar Antibiotika verordnen. Um dies zu verhindern, kann im Vorfeld bereits vorgebeugt und vorgesorgt werden.
Vorbeugungsmaßnahmen gegen Brustwarzenentzündung in der Schwangerschaft
Schon während der letzten Monate der Schwangerschaft ist es gut, die Brustwarzen ebenfalls mit dem Schwangerschaftsöl für den Bauch gegen die Schwangerschaftsstreifen oder einem anderen leichten Hautöl mit Kamille oder angenehmem Duft zu massieren und auch von Tag zu Tag etwas kräftiger Druck auszuüben. Wer es verträgt, kann auch mit einem Luffa-Massagehandschuh die Brustwarzen abreiben, um die Brustwarzen auf das Saugen des Säuglings vorzubereiten. Da jede Frau unterschiedlich empfindlich an Haut und Brustwarzen reagiert, sollte sie auch selber mit sich testen, was zuträglich ist. Die Behandlung sollte immer angenehm und nie schmerzhaft sein.
Maßnahmen zur Behandlung empfindlicher Brustwarzen in der Stillzeit
Gerade beim ersten Kind kann die Brust überempfindlich reagieren auf das Saugen des Kindes. Die Brustwarzen werden dann berührungsempfindlich und bekommen auf Dauer kleine Risse. Um eine Brustwarzenentzündung zu vermeiden, empfiehlt die Hebamme der jungen Mutter, gerade in der ersten Woche den Säugling nicht zu lange an den Brustwarzen nuckeln zu lassen, damit die Brust sich an die Situation gewöhnen kann. Die stillende Mutter sollte darauf achten, dass das Kind die Brustwarze vollständig mit seinem Mund umfasst. Zum Ablösen des Säuglings steckt die Mutter einen Finger in den Mundwinkel des Kindes, so löst sich der Unterdruck des Saugens und das Kind wird nicht einfach mit Kraft von der Brustwarze weggezogen.
Die Brustwarze benötigt in der Stillphase mehr Pflege und kann mit Weizenkeimöl, Johanniskrautöl oder hochwertigen Hautcremes und Hautölen versorgt werden. In südlichen Ländern ist Olivenöl für seine heilende Wirkung verbreitet. Die Brustwarzen sollen durch Stilleinlagen, Baumwoll- und Naturmaterialien der Büstenhalter und viel Luftzufuhr trocken gehalten werden. Auch sorgen warme Füße für einen besseren Milchfluss und weniger Reibung auf die Brustwarzen durch das starke Ziehen des Säuglings. Mit kalten Schwimmbädern und Wasseranwendungen ist also Vorsicht geboten.
Wunde Brustwarzen können mit Calendula Tinktur – 10 Tropfen auf 1 Eßlöffel warmes Wasser – behandelt werden. Auch wirken Teebeutel von schwarzem Tee angenehm beruhigend. Mit den üblichen Brustsalben und Cremes ist Vorsicht angeraten, da die Salben auch die bereits feuchte Haut der Brustwarzen noch mehr aufweichen. Besser ist es, die Brustwarzen nach dem Stillen mit etwas Muttermilch zu betupfen, auch das beruhigt und heilt.
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, empfehlen die Hebammen und Frauenärzte einfach ein kleines Teesieb oder ein Stillhütchen als Schutz für die Brust zu verwenden. In der Apotheke werden spezielle Kompressen und Balsam wie Multimam angeboten, doch die Produkte sind nicht immer in jedem Fall hilfreich und kosten auch viel. Die junge Mutter sollte es nicht soweit kommen lassen, dass Kortison vom Arzt zur Heilung verordnet werden muss, sondern lieber das Kind trainieren jeweils eine Brust nach der anderen leerzutrinken mit zeitlichem Abstand dazwischen.
Training des Säuglings für schonendes Saugen
Hat die junge Mutter das Gefühl von einem älteren Säugling mit der Zunge regelrecht abgewetzt zu werden, so ist es angebracht, das Kind auf das Trinken zu trainieren bis der Hunger gestillt ist und das Nuckeln nicht zu einer Sportart für fehlende Streicheleinheiten werden zu lassen. Die Zahnbildungsphase kann die Säuglinge auch veranlassen, plötzlich viel zu beißen oder aggressiv zu nuckeln, ein Beißring kann diesem Bedürfnis Abhilfe schaffen.
Auf jeden Fall ist es für junge Mütter ratsam, nicht nur an das Wohlergehen des Babies zu denken, sondern auch für das Wohlgefühl der stillenden Brust zu sorgen. Das Baby muss nicht bei jedem winzigen Unwohlsein sofort an der Mutterbrust nuckeln, es kann auch trainiert werden, mal Fencheltee aus dem Fläschchen zu trinken für den Durst.
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