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Wenn Lukas haut (Systemisches Coaching mit Eltern aggressiver Kinder)

Der Autor dieses Buches ist Diplom-Psychologe und unter anderem Familientherapeut. Er leitet eine heilpädagogische Tagesstätte für verhaltensauffällige Kinder und verfügt als solches auch über die praktische Erfahrung, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Auf 200 Seiten befasst sich Anton Hergenhan mit der Thematik von aggressiven Kindern und Jugendlichen und versucht Pädagogen, Lehrern und anderen professionell mit schwierigen Kindern tätigen Erwachsenen praxisorientierte Hilfen anzubieten, die ihrerseits wieder in der Unterstützung der betroffenen Eltern nützlich sein können.

Grund für die intensive Beschäftigung mit der Problematik ist die zunehmende Gewaltbereitschaft schon bei Kindern, der die entsprechenden Eltern der Situation recht bald hilflos und überfordert gegenüberstehen lässt und selbst betroffene Erzieher und Lehrer geraten in solchen Fällen irgendwann an ihre Grenzen und es droht eine "Handlungsunfähigkeit".

Im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit hat der Diplom-Psychologe sechs sogenannte "Basalkriterien" entwickelt, die im Umgang mit dem Coaching von Eltern als Grundlage und Leitstruktur dienen können. Diese sind einerseits im Buch abgedruckt und zusätzlich noch auf einer beigefügten Pappkarte als "Merkhilfe" vorhanden. Dabei geht es konkret um Aspekte wie "Persönliche Präsenz", die Beachtung von Ressourcen und die Wertschätzung der Lösungsideen der beteiligten Eltern als "Experten für ihr Kind".

Anton Hergenhan versucht deutlich zu machen, dass es nicht um Schuld oder Fehler geht, sondern um das, was zwischen den einzelnen beteiligten Personen abläuft, also die Beziehungsebene. Dies zu klären und dann gemeinsam nach Zusammenhängen und Absichten zu schauen und im nächsten Schritt zusammen Veränderungsmöglichkeiten zu entwickeln, darum soll es gehen.

Das Buch ist in 10 Kapitel aufgebaut, wobei manche nur wenige Seiten lang sind. Die Schwerpunkte liegen auf den Abschnitten vier und acht. Im erstgenannten Kapitel geht es um das nähere Ausführen und Verstehen des systemischen Gedankens, also das Betrachten des Beziehungskontextes und der Verhältnisse zwischen den einzelnen beteiligten Personen. Im achten Kapitel geht es dann ausführlich um die oben bereits erwähnten "Basalkriterien", wobei der Schwerpunkt vor allem auf das zweite der sechs gelegt wird.

Hierbei geht es um Gesprächsführung und Respekt. Dabei werden insbesondere vier Aspekte hervorgehoben, deren Anfangsbuchstaben sich zu dem Wort BULK zusammenfassen lassen: Beziehung, Unterschied, Lösung und Kompetenz.

Diese vier systemischen Grundaspekte sollen die Grundlage für den Umgang miteinander und das Bestreben für Veränderungen abbilden.

Wenn man den Ausführungen insgesamt folgt, scheint es ein schlüssiges Gesamtkonzept zu sein, welches hilfreiche Wendungen für scheinbar aussichtslose Situationen und "Beziehungskrisen" ermöglichen könnte.

 
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