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Im Konflikt und doch verbunden

Das Vorgehen in der systemischen Therapie und Beratung weicht bekanntermaßen grundlegend von der Herangehensweise in den meisten anderen Therapieformen ab. So wird nicht die betroffene Person alleine in den Blick genommen, sondern das Umfeld, genauer gesagt, die wichtigen Bezugspersonen werden in die Betrachtung mit eingebaut.

So werden weiter reichende Zusammenhänge in den vorhandenen Beziehungen und damit oft auch Ressourcen in bestehenden Verbindungen deutlich, die auf dem Weg der Lösungsfindung nutzbar werden können.

Soweit zur Theorie. In der Praxis sind die eben erläuterten Gedanken aber gar nicht immer so einfach umsetzbar und das theoretisch so simpel anmutende Konzept der Vorgehensweise lässt sich nur mühsam umsetzen oder man bleibt sogar völlig stecken.

Die Autorin und der Autor verfügen neben weiteren Qualifikationen und langjähriger praktischer Tätigkeit über große Erfahrung und eine entsprechende Ausbildung in systemischer Therapie. Als solches verfügen sie über die nötige Kompetenz neben der Theorie auch die Praxis des "systemischen Arbeitens" zu beherrschen. Wie kann man den einen Gesprächspartner ins Boot holen, ohne den anderen zu vergraulen? Wie kann man mit Widerständen und Blockaden in der Kooperation mit Angehörigen umgehen? Wie kann man mögliche Gedanken und Ansätze beteiligter Personen wertschätzend aufgreifen?

Dieses Buch ist für "Fachleute" (ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen etc.) geeignet, die sich mit der Materie der Arbeit mit Konflikten annähern wollen und dabei auf hilfreiche Unterstützung setzen. Neben den notwendigen theoretischen Erläuterungen zu den einzelnen Aspekten der praktischen Arbeit, gelingt es den AutorInnen in zahlreichen Fallbespielen, reale Verläufe deutlich zu machen. Es werden entsprechende Hypothesen erläutert, Therapieempfehlungen ausgesprochen und Vorgehensweisen dargestellt.

So kann der Leser recht praktisch im Verlauf einer Sitzung bzw. Behandlungssequenz und ggf. auch in der Entwicklung in weiteren "Terminen" des Falles die sich anbahnende Veränderung nachvollziehen.

Therapeutische Aspekte wie die Wahl des Settings, Triangulation, Hypothesenbildung, die therapeutische Beziehung, Angehörigenarbeit, Zirkularität und andere werden in diesem Buch auf 250 Seiten aufgegriffen und dem Leser nahegebracht. Es wird der Gedanke vermittelt, den Patienten selber in Richtung seiner Problemlösung zu "führen" anstatt für ihn Entscheidungen zu treffen. Auch die Angehörigenarbeit wird oft in der Therapie "selbstverständlich" als unabdingbar angesehen, aber gerade diese Selbstverständlichkeiten beinhalten ja in der Umsetzung oft die größten Hürden.

Insgesamt ein detailliertes und dank eingebrachten praktischen Fällen anschauliches Buch, welches aber von der Sprache her gewisse Fachkenntnisse voraussetzt.

 
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