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Bullying unter Schülern (Erscheinungsformen, Risikobedingungen und Interventionskonzepte)

Für diejenigen Leser, denen der Begriff Bullying nicht so geläufig ist, sei erwähnt, dass er quasi synonym zum Ausdruck Mobbing verwendet werden kann und dieses Wort ist ja geradezu in aller Munde. Dieses - zugegebenermaßen nicht mehr ganz so druckfrische - Buch (erschienen 2003) befasst sich ausführlich mit der Thematik.

Die drei Autoren sind allesamt als ausgebildete Psychologen an der Universität in Bremen tätig. Das Thema Mobbing bzw. Bullying ist sicherlich nicht wirklich neu, wahrscheinlich gibt es diese Problematik in einer gewissen Ausprägung seit es Schulen gibt. Aber erst in den letzten Jahren ist die Thematik vermehrt in den Blickpunkt des Interesses gerückt und hat damit auch zu entsprechenden Forschungsaktivitäten geführt.

Die möglichen Folgen für alle an der Sache Beteiligten - nicht zuletzt für die Opfer - machen es bedeutsam, einmal genauer hinzusehen. Da das schulische Setting der primäre Ort für das Phänomen Bullying ist, ist diese umfassende Lektüre zum Thema auch am ehesten für die Lehrer ein interessantes Werk, aber auch in beratenden Institutionen tätige Berufsgruppen könnten hier wertvolle Einblicke und Erkenntnisse für den Alltag mit Kindern und Jugendlichen bekommen.

Zunächst einmal wird in diesem Buch auf die Häufigkeit der Problematik eingegangen, weiterhin auf die Bedeutung von Alters- und Geschlechtsunterschieden sowie die Risikofaktoren, die einen (Mi-)Schüler zum (potenziellen) Opfer machen und entsprechende Bullying-Prozesse in Gang bringen. Die besonderen Aspekte der auftretenden Gruppendynamik werden ebenso beleuchtet, wie die Notwendigkeit des Handlungsbedarfes angesichts der zunehmenden (aus Bullying resultierenden!?) Gewalt an den Schulen.

Der Beginn des Buches wird zunächst einmal durch die begriffliche Definition gesetzt, was insofern bedeutsam ist, dass die Bezeichnung Bullying (respektive Mobbing) teilweise geradezu inflationär benutzt wird und damit vielleicht weniger dramatische Zustände "unnötig" aufgewertet werden.

Besonders wichtig für die praktisch tätigen und mit der Problematik befassten Personen an den Schulen ist der zweite Teil des Buches, der die nötigen Schlussfolgerungen der vorherigen Erkenntnisse für den Alltag liefert. Dabei geht es neben der aktiven "Bekämpfung" des Bullying auch schon um mögliche präventive Ansätze (Stichwort: prosoziales Verhalten). Dabei wird zwischen allgemeinen und eher unspezifischen Maßnahmen und konkreten bullying-spezifischen Ansätzen unterschieden.

Insgesamt ein lesenswertes Buch über ein sensibles und gerade in der heutigen Zeit immer sehr aktuelles Thema, bei dem man ohne entsprechenden fachlichen Background oft hilflos dasteht.

Bullying unter Schülern: Erscheinungsformen, Risikobedingungen und Interventionskonzepte

 
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