Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: die Rolle des Vaters in der Familie hat sich verändert.
Vom alleinigen Erbringer des Familieneinkommens zur Versorgung der Familie wurde der moderne Mann zum aktiven Unterstützer seiner Frau bei der Erziehung der Kinder, der Abwicklung der Haushaltspflichten und einem fortschrittlichen Individuum, das jetzt sogar mehrere Monate Elternzeit nach der Geburt des Sprösslings nimmt. In diesem Buch nimmt der Familientherapeut Ansgar Röhrbein die (neue) Position des Vaters innerhalb des Familiensystems in den Blick und beginnt seine Ausführungen mit der Kernfrage danach, welche Art von Vater man eigentlich sein möchte.
Dann geht es explizit um die Rolle des modernen Vaters von Heute, die sich bekanntermaßen erheblich von der in der grauen Vorzeit unterscheidet. In einem nächsten Schritt folgt ein Thema, mit dem sich Väter normalerweise ggf. nicht so sehr auseinandersetzen, weil sie ja "zur Arbeit gehen": Erziehung. In weiteren Kapiteln geht der Autor auf den Wandel der Beziehungen weg von der Paarsituation hin zur (gemeinsamen) Elternrolle ein und kommt in diesem Zusammenhang auch auf das naheliegende Thema der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf", was ja nicht unbedingt ein ausschließliches Frauenthema sein muss.
Vater sein ist zu jeder Zeit etwas besonderes und so werden die aufeinanderfolgenden Phasen der Entwicklung des Kindes und die entsprechenden "Auswirkungen" auf den Vater betrachtet. Von der Schwangerschaft über die ersten Wutausbrüche bis hin zur Pubertät erfahren wir Dinge über die Besonderheiten der jeweiligen Lebensabschnitte. In weiteren Abschnitten geht Röhrbein auf die Umstände des Zusammenlebens mit einem "besonderen Kind" ein und befasst sich auch mit dem (in der heutigen Gesellschaft) unvermeidlichen Thema der Trennung/Scheidung.
Zuletzt werden spezielle Vater-Kind-Angebote wie Kuren etc. aufgegriffen und schließlich erörtert, warum es sich lohnt, aktiv die Vaterschaft anzugehen. Fazit: endlich mal ein Buch nur für uns Väter. Wenn wir nicht schon vorher wussten, wo wir stehen und was wir wollen, dann wissen wir es spätestens jetzt. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: die Elternzeit ist eine gute Sache und das Ganze war eine wunderschöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Klingt klischeehaft, ist aber faktisch so.
Mit Lust und Liebe Vater sein: Gestalte die Rolle deines Lebens
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