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Liebevoll-konsequente Erziehung

Der Begriff der "Konsequenz" ist häufig in der Erziehung bzw. in entsprechender Beratung arg überstrapaziert. Dennoch ist die Konsequenz im Umgang mit seinen Kindern, was das Aufstellen und Einhalten von Regeln angeht, eine wichtige Grundlage einer funktionierenden Erziehung.

Dabei soll man aber nicht an den Kasernenton und das Gehorsam beim Militär denken, daher die Wortergänzung "liebevoll". Darunter verstehe ich, dass man in dem guten Gewissen handelt, was für das Kind aus Elternsicht in der jeweiligen Situation das Richtige bzw. das Beste ist. Hierbei zeigt man dem Kind die Konsequenz für sein Verhalten auf, d.h. die zu erwartenden Folgen seiner Handlung.

 

Somit hat das Kind praktisch die Wahl, ob es die angekündigte Konsequenz "annehmen" will (z.B. Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, kannst du nachher nicht deine TV-Sendung anschauen) oder nicht.

Die Aufgabe auf Seiten der Eltern bzw. erwachsenen Bezugspersonen ist es nun, die Konsequenz entsprechend der Ankündigung umzusetzen. Dies ist für eine verlässliche Beziehung zwischen Kind und Erwachsenem sehr bedeutsam. Daher sollte man auch die entsprechende vorgesehene Konsequenz so wählen, dass sie auch unter den gegebenen Bedingungen umsetzbar ist.

Wenn ich also aus emotionalen, räumlichen, persönlichen oder sonstigen Gründen, die zuvor angekündigte Konsequenz nicht einhalten bzw. umsetzen kann, mache ich mich - insbesondere, wenn dies wiederholt oder gar regelmäßig vorkommt - unglaubwürdig gegenüber dem Kind. Schließlich haben meine Worte kaum mehr eine Bedeutung und ich schwäche meine Position.

Konsequenz bedeutet also, möglichst häufig die angekündigten "Folgen" umzusetzen und damit eine entsprechende Durchschaubarkeit der Zusammenhänge für das Kind zu erreichen (z.B. immer wenn ich mit der Puppe durch´s Zimmer werfe, nimmt Mama sie mir weg). Dabei sollten wir nicht zu streng mit uns selber sein, denn Eltern sind auch nur Menschen. Als solche Wesen haben wir auch die dazugehörigen menschlichen Schwächen und Niemandem gelingt es, alle aufgestellten Regeln immer hundertprozentig durchzuhalten.

Dabei ist ja die hin und wieder auftretende Ausnahme nicht das Problem. Schwierig ist es, wenn ein Kind (und letztlich auch die Eltern) vor lauter Ausnahmen die Regel nicht mehr erkennen kann. So ist es sicherlich kein Problem, wenn ein Kind wegen einer besonderen Feier einmal länger wachbleibt, denn es kann "verstehen", dass es halt Omas 80ster Geburtstag war. Ab dem nächsten Tag gelten wieder die üblichen Bedingungen und wenn diese gut etabliert sind, wird auch eine solche Ausnahme gut von den Kindern angenommen.

Ähnliches gilt für veränderte Abläufe am Urlaubsort (siehe hierzu auch den Artikel "Rituale geben Sicherheit").

 
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