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Gesundes Selbstwertgefühl schützt vor Drogensucht

Es gibt Situationen, in denen Neinsagen wichtig ist. Zum Beispiel beim Thema Drogen.

Auch vom coolsten Gegenüber sollten sich Jugendliche nicht dazu verleiten lassen, Drogen auszuprobieren. Wie sich Teenager selbst und wie Eltern ihre Kinder vor Drogen bewahren können, zeigt Präventionsexpertin Patricia Lück vom AOK-Bundesverband auf.

 

Es gibt Situationen, in denen Neinsagen wichtig ist. Zum Beispiel beim Thema Drogen.

Auch vom coolsten Gegenüber sollten sich Jugendliche nicht dazu verleiten lassen, Drogen auszuprobieren. Wie sich Teenager selbst und wie Eltern ihre Kinder vor Drogen bewahren können, zeigt Präventionsexpertin Patricia Lück vom AOK-Bundesverband auf.

Designerdrogen bereiten Sorgen

Laut dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung sind Haschisch und Marihuana nach wie vor die am weitesten verbreitete illegale Droge in Deutschland, der Gebrauch geht aber stark zurück. Sorgen bereiten Suchtexperten derzeit neue psychoaktive, meist synthetische Stoffe, die auch als "Designerdrogen" oder "Legal Highs" bezeichnet werden. Etliche dieser Substanzen werden als "Kräutermischungen", "Raumluft-Auffrischer" oder "Badesalz" deklariert.

"Diese berauschenden Stoffe ahmen die Wirkung verschiedener Drogen nach, beispielsweise von Ecstasy", sagt Lück. Der Trick: Die Hersteller verändern ständig gezielt die Struktur dieser Substanzen, um das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen und die Stoffe als angeblich legale Mittel anzubieten. Designerdrogen werden geraucht, geschluckt oder geschnieft. Je nach ihrer Zusammensetzung wirken sie sehr unterschiedlich, in der Regel aufputschend. Sie können auch Halluzinationen hervorrufen. Die Konsumenten können psychisch, aber auch körperlich abhängig werden.

Persönliche Stärken fördern

Häufen sich schwierige Situationen, mit denen Jugendliche nicht zurechtkommen, kann es vorkommen, dass sie sich zurückziehen und flüchten - zum Beispiel in Alkohol oder Drogen. "Um das zu verhindern, sollten Eltern ihren Kindern von klein auf zeigen, dass sie sie so lieben, wie sie sind", sagt Lück. Sie sollten sie dabei unterstützen, ihre persönlichen Stärken zu entwickeln, damit sie ein gesundes Selbstwertgefühl aufbauen können.

Mit Jugendlichen im Gespräch bleiben

Die Diplom-Psychologin rät Eltern, ihre Kinder in der Zeit der Pubertät eigene Wege gehen zu lassen. Gleichzeitig sollten sie mit ihnen im Gespräch bleiben und ihnen signalisieren, dass sie stets ein offenes Ohr für ihre Sorgen haben. Wichtig ist auch, dass die Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und selbst mit Problemen konstruktiv umgehen. "Wer versucht, Konflikte zu lösen oder zum Stressabbau eine Runde joggt, ist ein besseres Vorbild als jemand, der bei Frust zu Alkohol greift", sagt Lück.

Wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Kind Drogen nehmen könnte, sollten sie einen geeigneten Zeitpunkt abwarten und dann das Gespräch suchen. "Sprechen Sie offen an, was Ihnen aufgefallen ist und dass Sie sich Gedanken machen", sagt Lück. Vorwürfe, Unterstellungen und Drohungen sollten die Erwachsenen hingegen vermeiden. In einer vertrauensvollen Atmosphäre können sie anbieten, gemeinsam herauszufinden, was los ist. Stellt sich heraus, dass der Jugendliche tatsächlich Drogen nimmt oder zu viel Alkohol trinkt, sollten sie klar Position gegen Suchtmittel beziehen.

Beratungsstellen helfen weiter

"Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind größere Schwierigkeiten hat oder bereits süchtig ist, sollten Sie möglichst schnell eine Beratungsstelle aufsuchen", empfiehlt die Psychologin. Anzeichen für Drogensucht können nachlassende Leistungen in der Schule, ein Rückzug von der Familie, von Freunden, Antriebslosigkeit und Schlafstörungen sein. Unterstützung durch eine Beratungsstelle ist notwendig, da die meisten Abhängigen ihre Sucht zunächst leugnen. Wenn der Süchtige die Problematik nicht erkennt, ist eine Therapie allerdings sinnlos.

In dieser Situation sollten Eltern Streit und Aggressionen vermeiden und Ruhe bewahren. Nach dem Prinzip "Hilfe durch Nicht-Hilfe" sollten sie sich auch selbst schützen und eine gewisse Distanz herstellen. Das kann in ihrem Kind den Wunsch auslösen, etwas ändern zu wollen. Eltern sollten keine Drogen in ihrem Haus dulden und ihrem Kind den Konsum nicht erleichtern. Hilfe sollten sie ihm nur für den Fall anbieten, dass es wirklich von seiner Sucht loskommen will.

Quelle: ams

 
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