Kinder sind von Beginn an eigentlich höchst wissbegierige Wesen, die ständig auf der Suche nach neuen Erkenntnissen sind und versuchen, ihren Horizont zu erweitern.
Diese Eigenschaft betrifft einerseits den Alltag (ein Glas Wasser einschütten, mit Messer und Gabel essen, den Staubsauger bedienen etc.), aber insbesondere auch der Bereich des Spielens. Gemessen an früheren Zeiten sind - nicht zuletzt dank der modernen Medien und Elektronik - die Möglichkeiten unglaublich vielfältig.
Von den Klassikern wie Holzbausteine über die dazugehörige Eisenbahn und Knetmasse reicht die Palette der Angebote bis hin zu Kinderkeyboards und Lego Technik. Einerseits werden die Kinder woanders Dinge entdecken und sich dafür interessieren (Kindergarten, Freunde, Cousins ähnlichen Alters etc.), andererseits sprechen sie auch erheblich auf Anreize an, die sie von den Eltern angeboten bekommen.
Dabei sind die Interessen interessanterweise trotz der vorhandenen Möglichkeiten höchst unterschiedlich. So haben manche Kinder Lust in einem ihrer liebsten Interessensgebiete Fortschritte zu machen (z.B. beim Puzzlen) und überschreiten dabei bald die angegebenen Altersangaben. Andere Dinge, wie z.B. die Benutzung eines Laufrades interessieren sie nur am Rande, obwohl ihnen ein solches Gefährt zur Verfügung steht und auch gleichaltrige Kinder in der Umgebung ihr Laufrad eifrig nutzen.
So scheint es für manche Interessen kein spezielles Alter zu geben, sondern manche Neigungen entwickeln sich offenbar zu einer geeigneten Zeit (beim einen Kind früher, beim anderen später) und manches Kind scheint auf ein entsprechendes Angebot gar nicht einzugehen. Hilfreich ist dabei das unterbreiten von ausreichend verschiedenen Spielmöglichkeiten unter Berücksichtigung der Vorlieben des Kindes und auch seiner persönlichen Fähigkeiten z.B. hinsichtlich Fein- und Grobmotorik. Es soll ja Spielfreude entwickeln, ggf. eine Fähigkeit verbessern aber möglichst nicht - zumindest nicht dauerhaft (denn das Erlernen einer gewissen Frustrationstoleranz ist ja auch ein wichtiger Lernaspekt) - frustriert werden.
Wenn es also gelingt, kind- und altersgerechte Anreize zu schaffen und sich entwickelnde Faszinationen und Interessen aufzugreifen und zu fördern bzw. zu unterstützen, sollte einer Kindheit mit viel Spiel und Spaß eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Dabei ist insbesondere auf die große Individualität der Entwicklung allgemein und der einzelnen Persönlichkeit im Speziellen zu achten. Bei allen Normen und Regeln ist der Mensch doch ein besonderes Individuum - ein "Einzelstück".
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