Grundsätzlich gibt es auf die Frage, wo Sie Ihr Kind am besten zur Welt bringen, keine richtige und keine falsche Antwort. Vielmehr müssen Sie versuchen, das für Sie passende Umfeld zu finden und sich bereits im Vorfeld, z.B. durch einen Besuch der verschiedenen Einrichtungen, zu informieren. Freiberufliche Hebammen geben zudem gerne Auskunft, wie genau eine Geburt zu Hause ablaufen kann.
Jedes Umfeld bietet spezielle Vor- und Nachteile, entscheidend ist aber, dass Sie sich dort wohl fühlen!
Im Krankenhaus: Sicherheit und Austausch mit Gleichgesinnten
Besonders für sicherheitsbewusste Schwangere, die es schätzen, dass Gynäkologen, Kinderärzte und ggf. sogar eine Kinderintensivstation in der Nähe sind, ist dieses Umfeld geeignet. Vor allem im Fall eines schwierigen Schwangerschaftsverlaufs oder bei gewissen Risikofaktoren sollten Sie sich für eine Krankenhausgeburt entscheiden, zumal Sie dort auch die Vorteile einer Periduralanästhesie nutzen können. Die meisten Kliniken verfügen mittlerweile über ansprechende Geburtszimmer, die nichts mehr mit den weißgestrichenen, sterilen Kreißsälen von früher zu tun haben, es gibt jedoch auch Nachteile.
Zwar bemühen sich Kliniken, werdenden Müttern soviel Privatsphäre wie möglich einzuräumen, so ganz kann man sich aber dennoch nicht dem stressigen Krankenhausalltag mit seinen vorgegebenen Abläufen entziehen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie während des Geburtsvorgangs von verschiedenen Hebammen betreut werden und auch die stationäre Unterbringung zumeist in Mehrbettzimmern kann sich stressig gestalten. Andererseits haben Sie auf der Krankenhausstation den Vorteil, dass Sie sich mit vielen Gleichgesinnten über typische Probleme austauschen und Kontakte knüpfen können.
Die Hausgeburt: Geborgenheit im eigenen Nest
Wenn Ihre Schwangerschaft ohne Zwischenfälle verläuft und Sie Vertrauen zu einer kompetenten Hebamme haben, kann eine Hausgeburt zu einem herausragenden Erlebnis werden. Aufgrund der fehlenden Interventionsmöglichkeiten bei schwerwiegenden Komplikationen ist dieses Umfeld jedoch nicht für risikobewusste Schwangere zu empfehlen.
Viele Frauen schätzen an der Hausgeburt, dass Sie sich in Ihrem gewohnten Umfeld, ohne Ablenkung von außen, entspannter und hemmungsloser dem natürlichen Geburtsverlauf hingegeben können. Zeitdruck und genaue Ablaufpläne sind hier Fremdwörter, denn eine Ihnen bereits vertraute Hebamme wird Sie in Ihrem natürlichen Verhalten unterstützen und sich dezent zurückhalten. Je nach Möglichkeiten der Hebamme, gibt es auch mobile Geburtswannen für zu Hause, was allerdings mit höherem Aufwand verbunden ist. Generell übernehmen Krankenkassen die Kosten der Geburtsbegleitung durch eine freiberufliche Hebamme, die Rufbereitschaftspauschale müssen Sie jedoch selbst tragen.
Im Geburtshaus: Wohnzimmeratmosphäre in professionellem Umfeld
Zwar können Sie Ihr Sofa nicht mit ins Geburtshaus nehmen, dennoch versucht man, es Ihnen so angenehm wie möglich zu machen. Eine private, intime Atmosphäre und die Förderung des natürlichen Geburtsverlaufs ohne Zeitdruck und Stress machen sich viele Hebammen, die in Geburtshäusern arbeiten, zum obersten Gebot. Auch werden alternative Methoden zur Schmerzlinderung wie Akupunktur oder Homöopathie gefördert. Zwar ist auch ein Geburtshaus nicht für Risikoschwangerschaften geeignet, Gebärende, die sich eine sanfte Geburt mit wenig Einflussnahme, aber professionell ausgestattetem Umfeld wünschen, sind hier jedoch gut aufgehoben. Ideal ist, wenn sich das Geburtshaus in Kliniknähe befindet und im Fall von schwerwiegenden Komplikationen schnelle Hilfe für Mutter und Kind erreichbar ist.
Im Gegensatz zur Hausgeburt steht Ihnen im Geburtshaus zumeist eine bessere Ausstattung zur Verfügung und Sie können ggf. nach der Geburt noch einige Tage dort bleiben, so dass der stressige Alltag erst einmal außen vor bleibt. Ein Nachteil besteht allerdings darin, dass die Krankenkassen zumeist nicht die vollen Kosten eines Aufenthalts im Geburtshaus übernehmen. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall im Vorfeld bei Ihrer Krankenkasse, welche Zuschüsse Ihnen gewährt werden.
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