E-Mail

Schwanger auf Reisen

Dürfen Schwangere verreisen?

"Selbstverständlich", sagt Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband. "Wenn man sich bei der Urlaubsplanung darauf einstellt, spricht nichts dagegen, dass werdende Mütter verreisen." Der Experte verrät, wann die beste Reisezeit für Schwangere ist, welche Ziele sich eignen und welche Vorsorge getroffen werden sollte.

Ankommen, auspacken, erholen: So sieht für viele Urlaub aus – und das ist in der Schwangerschaft nicht anders. Das gilt auch für die Empfehlung, ausreichend zu trinken – gerade dann, wenn es heiß ist. "Täglich zwei bis drei Liter Wasser sind im Sommer optimal, damit der Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt in Balance bleibt, denn Hitze belastet den Kreislauf", sagt Ebel.

Hinzu kommt, wenn’s warm ist: Wer Ausflüge machen möchte, sollte die frühen, noch kühleren Morgenstunden nutzen und Mittagsruhe halten. Ganz wichtig ist es, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten und nach Möglichkeit sich in den Mittagsstunden im Schatten aufzuhalten, denn Schwangerschaftshormone machen die Haut lichtempfindlicher und es bilden sich daher oft unschöne Pigmenteinlagerungen. Darüber hinaus gibt der AOK-Arzt Schwangeren folgende Tipps und zwar für:

Reisezeit:

Die beste Reisezeit liegt um den fünften Monat herum, also etwa von der 17. bis zur 28. Schwangerschaftswoche. Übelkeit und Erbrechen sind meist verschwunden und der Schwangerschaftsbauch lässt sich noch gut tragen. Von Reisen im ersten Schwangerschaftsdrittel rät Ebel ab, da der Embryo sich in der Gebärmutter noch nicht fest eingenistet hat und die Gefahr von Blutungen oder einer Fehlgeburt erhöht ist. Beachten sollten werdende Mütter auch, dass sie ab dem achten Monat bei vielen Fluggesellschaften nur mit einem ärztlichen Attest oder gar nicht mehr mitfliegen dürfen.

Reiseziel:

Ideal ist ein Entspannungsurlaub bei mäßigen Temperaturen. Als Ziele eignen sich daher Länder, in denen die Infektionsgefahr nicht erhöht ist. Vorbeugende Reiseimpfungen oder Malaria-Prophylaxe während der Schwangerschaft können das Baby nämlich gefährden. Aber auch Reisen in Gebirgsregionen in Höhen von 2000 Meter über dem Meeresspiegel ist Schwangeren, die diese Umgebung nicht gewöhnt sind, aufgrund der sauerstoffärmeren Luft nicht zu empfehlen. Mehrtägige Wandertouren, Klettern, anstrengende Rundreisen, Abenteuerurlaub oder Mountainbiken – auf all das sollten Schwangere besser verzichten. Denn: Durch die Umstellung des Herz-Kreislauf-Systems und des gesamten Stoffwechsels ist der Körper in der Schwangerschaft weniger belastbar. Stürze können zudem für das Ungeborene gefährlich sein.

Reisetransport:

Ob Flieger, Zug, Bahn, Auto - um ans Ziel zu kommen, ist oft langes Sitzen nötig. „Deshalb ist es wichtig, regelmäßig aufzustehen und umherzulaufen“, so Ebel. Das regt die Durchblutung der Beine an und beugt einer Thrombose vor. Bei längeren Flügen können Kompressionsstrümpfe helfen, einen Blutstau zu vermeiden. Außerdem hilft es, viel zu trinken. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte regelmäßige – spätestens alle 2 Stunden – Pausen machen und währenddessen umherlaufen.

Reisevorsorge:

Da Schwangere ihren Mutterpass sowieso immer dabei haben sollten, gehört dieser auch ins Urlaubsgepäck – und am besten griffbereit. Außerdem sollte die Versichertenkarte mitgenommen und gegebenenfalls eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Denn: Leistungen von Privatärzten oder -kliniken sowie einen möglicherweise notwendigen Rücktransport nach Deutschland dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlen.

Übrigens: Um für alle Notfälle und Eventualitäten gewappnet zu sein, sollten Schwangere eine Reiserücktrittsversicherung abschließen und außerdem am Urlaubsort in Erfahrung bringen, wo die nächstliegende Praxis eines Frauenarztes ist.

 
auch lesenswert:

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Joomla templates by kzm