"Du musst dich schonen", bekommen viele Frauen in der Schwangerschaft zu hören. Dabei tut Bewegung in Maßen Mutter und ungeborenem Kind gut. Im Folgenden gibt der Arzt Rajko Ninic Tipps, wie sanfte Fitness in der Schwangerschaft aussehen kann.
Verläuft die Schwangerschaft ohne Komplikationen, spricht nichts gegen regelmäßige Bewegung. "Im Gegenteil, es ist sogar empfehlenswert, die Lieblingssportart in gemäßigter Form weiter zu betreiben", sagt Ninic, Arzt im AOK-Bundesverband. Nach Angaben des Patienteninformationsportals "Frauenärzte im Netz" treten bei Schwangeren, die sich fit halten, weniger Beschwerden wie etwa Venenstaus auf.
Oft haben sportliche Frauen auch leichtere Geburten und erholen sich rascher nach der Entbindung als untrainierte Frauen. Generell kräftigt Sport die Muskulatur und beugt damit zum Beispiel Rückenschmerzen vor. Regelmäßige Bewegung fördert außerdem die Durchblutung, stärkt die Abwehrkräfte, steigert das Wohlbefinden und hilft beim Stressabbau. Frauen mit einer Risikoschwangerschaft sollten allerdings vorsichtig sein - etwa, wenn sie unter einer Vorerkrankung oder unter gesundheitlichen Problemen in der Schwangerschaft leiden. "Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob und mit welcher Intensität Sie Sport treiben können", empfiehlt Ninic.
Nicht überanstrengen
Da der Körper durch die Schwangerschaft bereits stark belastet ist, sollten sich werdende Mütter beim Sport nicht überanstrengen und besser regelmäßig trainieren. Der Puls sollte die Frequenz von 140 Schlägen pro Minute nicht überschreiten. "Wenn Sie sich während des Sports normal unterhalten können, ist die Belastung in Ordnung", sagt Ninic.
Insbesondere in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist es wichtig, dass sich Frauen nicht durch große Anstrengung überhitzen, da dies für die Entwicklung des Embryos nicht gut ist. Wer untrainiert ist, darf nur langsam beginnen. Sinnvoll ist es, vor dem Sport Muskeln und Gelenke vorsichtig zu dehnen und aufzuwärmen. Während des Trainings empfiehlt es sich, Entspannungspausen einzulegen. Nach dem Sport sollten sich Schwangere eine Pause von 24 Stunden gönnen, damit sich der Körper regenerieren kann. Wichtig ist auch, ausreichend zu trinken.
Ausdauersportarten sind gut geeignet
Gut geeignet sind Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Walken und Aquafitness. Auch längere Spaziergänge und kleine Wanderungen verbessern die Kondition und versorgen Mutter und Kind mit Sauerstoff. Durch Gymnastikübungen lassen sich Muskeln und Gelenke stärken, die in der Schwangerschaft besonders beansprucht sind. Bei Aquagymnastik fühlen sich selbst Hochschwangere wohl, denn der Körper wird durch den Auftrieb im Wasser entlastet. Unter fachkundiger Anleitung eignen sich auch Sportarten wie Yoga, Tai-Chi, Qi-Gong und Pilates. "Besprechen Sie mit dem Trainer, welche Übungen für Sie geeignet sind", so Ninic.
Nicht empfehlenswert sind während der Schwangerschaft Ballsportarten, da sie Gelenke und Bänder zu sehr beanspruchen. Joggen ist nur bedingt geeignet, da der Körper dabei Erschütterungen ausgesetzt ist. Auf Sportarten mit hoher Verletzungsgefahr sollten Schwangere verzichten. Dazu gehören etwa Inline-Skaten, Skifahren, Kampfsport, Reiten und Tennis. Bei schweren Stürzen besteht die Gefahr, dass sich die Plazenta frühzeitig ablöst und es zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommt. Krafttraining mit Gewichten ist ebenfalls nicht sinnvoll, da die Bänder während der Schwangerschaft elastischer sind.
"Generell ist es wichtig ist, dass sich Schwangere beim Sport wohl fühlen", sagt Ninic. Bei Schmerzen und Unwohlsein sollten sie das Training sofort beenden. Auch an Tagen, an denen sie nicht fit sind, sollten sie auf Sport verzichten. Der Mediziner empfiehlt: "Achten Sie auf Veränderungen Ihres Körpers und beobachten Sie, wie viel Bewegung Ihnen gut tut."
Quelle: ams
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