Sie sind schwanger und genießen die Vorfreude auf Ihr Kind. Und dann das: Kratzen im Hals, laufende Nase, Fieber und Gliederschmerzen. Wer ein Baby erwartet, kann eines am allerwenigsten gebrauchen: eine Erkältung. Sofort machen Sie sich Gedanken, welche Folgen das für das Kind haben kann. Doch sind Erkältungen bei Schwangeren weder dramatisch noch eine Seltenheit.
Gerade in der Schwangerschaft sind Sie anfälliger für Erkältungskrankheiten. Das ist kein Zufall, sondern eine Schutzmaßnahme des Körpers. Durch das schwächere Immunsystem verhindert der Organismus, dass das ungeborene Kind abgestoßen wird.
Wenn es Sie erst einmal erwischt hat, sollten Sie zunächst Hausmittel anwenden. Bei Husten hilft Einreiben mit ätherischen Ölen oder Inhalieren über einem Dampfbad. Bei verstopfter Nase hilft ebenfalls Inhalieren. Auch Kochsalzsprays sind unbedenklich. Nicht unbedingt jedermanns Sache, dafür sehr effektiv gegen Halsinfektionen ist Gurgeln mit Salzwasser. Meiden sollten Sie dagegen zu heiße Bäder. Sie belasten den Kreislauf und können zudem Wehen auslösen.
Generell hilft: viel schlafen, viel trinken, vor allem Hagebuttentee und Obstschorlen, denn die haben viel Vitamin C. Eine Mischung aus Wasser, Honig und Zitrone kann Halsschmerzen lindern. Auch die klassische Hühnerbrühe tut bei Erkältungskrankheiten gut. Ernährung ist ein wichtiges Stichwort. Wer ausgewogen und vitaminreich isst, kann bereits im Vorfeld dafür sorgen, dass das Immunsystem gar nicht erst schlapp macht. Obst und Gemüse sollten daher grundsätzlich ganz oben auf dem Speiseplan stehen.
Viele Schwangere machen sich Sorgen, dass Schnäuzen und Husten dem Kind schaden könnte. Vor allem beim Niesen fürchten sie, der Druck könne Wehen auslösen. Diese Sorge ist in den meisten Fällen grundlos. Wer keinen Hang zu vorzeitigen Wehen hat, muss sich keine Gedanken machen. Ärzte empfehlen jedoch, bei Husten oder Niesen den Beckenboden anzuspannen.
Kommt zu Husten, Schnupfen und Niesen noch Fieber hinzu, sollten Sie zunächst auch hier auf Hausmittel zurückgreifen. Wadenwickeln sind ein altbewährtes Mittel, um auf unbedenkliche und effektive Art Fieber zu senken. Sinkt das Fieber dennoch nicht unter 39 Grad, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Fiebersenkende Mittel wie Paracetamol sind für Schwangere unbedenklich. Das Mittel lindert auch Kopf- und Gliederschmerzen. Wenn nach ein paar Tagen keine Besserung eingetreten ist, sollten Sie zum Arzt gehen.
Überhaupt sollten Sie niemals rezeptfreie Medikamente einnehmen, ohne vorher mit dem Arzt gesprochen zu haben. Es gibt viele Arzneimittel, darunter auch Antibiotika, die Schwangere bedenkenlos einnehmen können. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Medikamenten, die nicht geeignet sind, weil noch nicht genügend erforscht wurde, wie sich die Inhaltsstoffe auf die Schwangerschaft auswirken.
Arzneimittel, die Alkohol und Koffein enthalten, sollten Sie meiden. Auch Aspirin ist für Frauen, die ein Kind erwarten, tabu. In den ersten Schwangerschaftswochen kann der Wirkstoff die Entwicklung des Babys beeinflussen, bei fortgeschrittener Schwangerschaft Wehen auslösen. Ab der 30. Schwangerschaftswoche sollten Sie Aspirin daher nicht mehr einnehmen. Weitere bedenkliche Medikamente sind Ibuprofen und Kodein. Auch mit Vitamin-C-Präparaten sollten Sie haushalten. Die Tagesdosis sollte 60 Milligramm nicht überschreiten.
Wer statt synthetischer Arzneien dagegen eher auf Heilpflanzen schwört, ist nicht unbedingt auf der sicheren Seite. Es gibt Pflanzen und ätherische Öle, die die Monatsblutung fördern und daher vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel gefährlich sind. Dann wiederum gibt es andere, die anregend auf die Gebärmutter wirken und daher Wehen fördernd sind. Informieren Sie sich am besten vorab, welche Heilpflanzen problematisch sind.
Worüber Sie sich indes keine Sorgen machen sollten, ist die Frage: Schade ich meinem Baby. Das Ungeborene steckt die Erkältung besser weg als die werdende Mutter, denn in der Gebärmutter ist es gegen die Infektion geschützt. Wichtig ist, dass Sie sich Zeit zum Gesundwerden nehmen. Denn wer sich nicht richtig auskuriert und sich halbkrank zur Arbeit schleppt, darf sich nicht wundern, wenn ihm sein Körper bald wieder die rote Karte zeigt.
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