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Schwangerschaft und Partnerschaft

Die Schwangerschaft leitet eine neue, unbekannte, aber spannende Phase im Leben der Frau ein. Sie wird die Welt aus der neuen Perspektive einer werdenden Mutter kennen lernen - auch die Partnerschaft verändert sich dadurch.

Frau und Mann müssen lernen, gegenseitig Rücksicht auf ihre neuen Bedürfnisse zu nehmen und sich gegenseitig die Zeit geben, sich an die neue Sichtweise des Partners zu gewöhnen. Das schweißt zusammen und hebt die Beziehung auf eine ganz neue Ebene.

Gerade in den ersten Wochen und Monaten der Schwangerschaft kann es der Frau sehr schlecht gehen - tagelange Übelkeit, Kopfschmerzen und Veränderungen des Körpers machen ihr zu schaffen. Ihr Befinden hängt von ihren Hormonen ab, darauf hat sie keinen Einfluss - das muss der Mann akzeptieren. Er kann von ihr nicht erwarten, ihr bisheriges Leben wie gewohnt weiterzuleben, abends lange aufzubleiben und beim Weggehen am Wochenende auch etwas Alkohol zu trinken. Er darf sich auch unfreundliche Worte nicht zu Herzen nehmen, sondern sollte daran denken, dass seine Partnerin das nicht gesagt hätte, wenn es ihr besser ginge. Der Mann sollte seine schwangere Frau unterstützen, ihr zuhören und Verständnis für ihre Situation aufbringen, sich aber auch trauen, mit ihr über neue Probleme zu reden.

Dasselbe gilt auch für die Frau. So schlecht es ihr gehen mag, sie sollte darauf achten, das nicht am Partner auszulassen. Für besonders intime Gespräche sollte sie sich an ihre Freundinnen wenden, da es Männer oft belastet, dass sie mangels eigener Erfahrung nicht wissen, was genau die Frau meint und wie sie ihrer Partnerin in dieser Situation helfen sollen.

Die Herausforderungen der Schwangerschaft sollten beide Partner gemeinsam meistern. Dazu gehört in erster Hinsicht die Umstellung der Ernährung: Um seine Partnerin zu unterstützen, sollte der Mann selbst mit dem Rauchen aufhören oder auf Alkohol verzichten, denn sein Vorbild hilft ihr dabei, selbst bei ihren neuen Regeln zu bleiben. Beide können auf eigene Initiative neue, schwangerschaftstaugliche Rezepte und Gerichte ausprobieren oder den anderen damit überraschen. Wichtig in dieser Zeit ist es auch, die erforderlichen Arztbesuche nach Möglichkeit gemeinsam zu bewältigen. Die Anwesenheit des Partners kann für die Schwangere eine seelische Stütze darstellen und schweißt zusammen. Für den Mann ist es ein wichtiges Ereignis, das eigene Kind zum ersten Mal auf Ultraschallbildern zu sehen und seine Bewegungen mitverfolgen zu können - das hilft ihm, sich frühzeitig mit seiner Vaterrolle zu identifizieren.

Die Schwangerschaft wirkt sich besonders stark auf den Sex in der Partnerschaft aus. Manche Frauen bekommen ganz neue Lust auf Sex, andere wollen davon nichts wissen - das hängt von den Hormonen und ihrem Wohlbefinden ab. Grundsätzlich spricht nichts gegen Sex in der Schwangerschaft, höchstens kurz vor der Geburt sollte man sich damit zurückhalten. Wichtig ist, dass man eine Stellung wählt, die für die Frau bequem ist. Beide Partner sollten allerdings respektieren können, dass der andere keinen Sex haben will. Vor allem Männer machen sich oft Gedanken darüber, ob sie wirklich mit ihrer Frau schlafen sollten - sie müssen erst mit dem Gedanken an die Schwangerschaft zurechtkommen oder befürchten, dem ungeborenen Kind schaden zu können. Selbst, wenn dem nicht so ist - Frauen sollten ebenso darauf Rücksicht nehmen wie Männer vor dem Wohlbefinden der Partnerin.

Die Partnerschaft wird sich zwangsläufig durch die Schwangerschaft verändern. Es handelt sich aber meist um positive Veränderungen, die das Zusammensein langfristig verbessern. Wichtig ist, dass man sich gegenseitig mit Verständnis begegnet, über Probleme frühzeitig redet, sich gegenseitig Unterstützung gibt und dem anderen genug Zeit und Raum lässt, sich selbst in der neuen Situation zurecht zu finden.

 
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