E-Mail

Künstliche Befruchtung: Ein Überblick

Viele Paare versuchen schon seit Monaten oder sogar Jahren, ein Kind zu zeugen. Trotz aller Bemühungen will es nicht gelingen. In den ersten Monaten macht der Sex noch Spaß und beide freuen sich, außer ihrer Lust noch einen Grund dazu zu haben.

Mit der Zeit verkommt er aber zur Pflichtübung und wird für die Beziehung zur Belastung. Viele Männer und Frauen probieren auch alternative Methoden und Heilmittel aus, meist ohne Erfolg. Spätestens im Rahmen der ärztlichen Untersuchung kommt das Thema der künstlichen Befruchtung als eine der letzten Möglichkeiten auf.

Es gibt unterschiedliche Arten der künstlichen Befruchtung. Wenn einem Paar dazu geraten wird, dann ist die Ursache der bisherigen fehlgeschlagenen Versuche meist eine körperliche Dysfunktion eines oder beider Partner. Die Art der künstlichen Insemination richtet sich danach aus, woran die bisherigen Versuche gescheitert sind. Eine dieser Möglichkeiten ist die In-vitro-Fertilisation. Dabei finden die Spermien im Reagenzglas selbst den Weg zur Eizelle. Es besteht auch die Möglichkeit, das Sperma während der fruchtbaren Tage der Frau direkt in die Gebärmutter einzubringen und es dort sich selbst zu überlassen. Bewegungsunfähige Spermien werden direkt in die entnommene Eizelle injiziert, die entstandene Zygote wird anschließend wieder in den Körper der Frau eingebracht.

In Deutschland ist die künstliche Befruchtung bei jedem verheirateten Ehepaar erlaubt, das auf anderem Wege keine Kinder zeugen könnte - dasselbe gilt auch für unverheiratete Paare. Meist gehen Ärzte davon aus, dass ein erfolgloses Jahr dafür spricht, dass eine körperliche Ursache vorliegt, die nicht vom Paar alleine überwunden werden kann. Auch in anderen europäischen Staaten gilt, dass die künstliche Befruchtung unter Ehepaaren erlaubt ist. Wenn der Mann zeugungsunfähig ist, sich aber trotzdem ein Kind wünscht, kann die Mutter einer donogenen Befruchtung zustimmen: Das bedeutet, dass die Spermien von einem anonymen Spender kommen. Das Kind wird als eheliches Kind des Mannes oder des Partners der Mutter anerkannt, wenn dieser das will. Allerdings kann das Kind die Vaterschaft anfechten, sobald es von der künstlichen Befruchtung erfährt oder das 18. Lebensjahr erreicht.

Problematisch kann eine künstliche Befruchtung für lesbische Paare werden. Viele zusammenlebende oder verpartnerte Frauen wünschen sich gemeinsame Kinder, können diese allerdings nur mit einer Samenspende zeugen. Dasselbe gilt für alleinstehende Frauen. Viele hegen einen Kinderwunsch, wollen sich dafür aber nicht fest an einen Partner binden. In Deutschland gibt es nur einige wenige Ärzte, die bereit sind, lesbischen Paaren oder alleinstehenden Frauen Samen einzusetzen. Einfacher haben sie es dagegen im EU-Ausland. Dort gibt es etliche Samenbanken, an die sich solche Frauen wenden können - in der Regel gibt es keine Probleme und die Insemination wird nach eingehender Beratung durchgeführt.

Eine Chance auf die Übernahme der künstlichen Befruchtung durch die Krankenkasse haben nur verheiratete Paare. Unverheiratete, Singles oder lesbische Frauen tragen hingegen alle Kosten selbst. Die Krankenkasse übernimmt 50% der entstandenen Kosten für die ersten drei Versuche. Dabei gibt es allerdings einige Voraussetzungen, die Ehepaare zur Kostennahme erfüllen müssen. Übernommen werden die Kosten von Paaren, die über 25 sind, der Mann darf nicht älter als 50, die Frau nicht über 40 sein. Andere Behandlungsmöglichkeiten müssen erfolglos verlaufen sein, auch muss eine hinreichende Aussicht auf Erfolg bestehen.

Nicht jedes Klinikum kann künstliche Befruchtungen anbieten. Wenn sich ein Paar für den künstlichen Weg entschieden hat, ist zunächst der Besuch beim Gynäkologen oder beim Urologen erforderlich - je nachdem, an welchem der beiden Partner die bisherigen gescheiterten Versuche liegen. Der Facharzt kann eine erste Beratung durchführen und die Erfolgsaussichten einschätzen. Auch kann er Kliniken empfehlen, mit denen andere Patienten gute Erfahrungen gemacht haben oder die er selbst kennt. Alternativ kann man sich im Internet nach einer geeigneten Klinik umsehen oder Meinungen auf Testberichtportalen einholen.

 
auch lesenswert:

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Joomla templates by kzm